Rosenthal greift die individuelle Mobilität Leipzigs an

Statt den Verkehrsfluss zu verbessern, soll dieser wohl lieber endgültig zum Erliegen kommen
LEIPZIG – Auf die Vorstellung des neuen Luftreinhalteplans reagiert der JuLis-Kreisvorsitzende Maximilian König mit Verständnislosigkeit: „Mit voller Absicht sollen nun die Ampelschaltungen verschlechtert werden, um den Verkehrsfluss endgültig zum Erliegen zu bringen. Wir JuLis haben keinerlei Verständnis dafür, die Verkehrsteilnehmer auf den ohnehin schon stark überlasteten Straßen noch weiter auszubremsen! Es ist einfach nur ein Angriff auf die individuelle Mobilität der Bürger Leipzigs. Das betrifft schließlich genauso die Fahrer von Elektroautos. Heiko Rosenthal ist von seinen Aufgaben offensichtlich überfordert. Es ist traurig, dass Ausbau und Förderung des ÖPNV immer weiter hinausgezögert werden. Wenn es darum geht, den Autoverkehr einzuschränken, wird Rosenthal aber doch schnell konkret.
Zumal diese Maßnahmen doch keineswegs zur Verbesserung der Luftqualität in Leipzig insgesamt beitragen. Jetzt stehen die Autos noch länger im stockenden Verkehr der Stadt herum oder fahren größere Umwege, auf denen sie noch mehr Abgase ausstoßen. Richtig wäre es, den Verkehrsfluss zu beschleunigen und gute Alternativen zu schaffen: In Form eines leistungsstarken ÖPNV und besseren Bedingungen für den Fahrradverkehr. Autos erzeugen auch Schadstoffe, wenn sie an roten Ampeln in der Jahnallee warten müssen! Die Zahl der Autos wird sich dadurch nicht verringern — das Problem wird jetzt nur auf andere Straßen verschoben und die Anwohner sind die Leidtragenden. Wir können uns nicht vorstellen, dass die Bürger diese erneute Gängelung akzeptieren werden.“

Nach erneuten Grenzwertüberschreitungen: Leipzig muss nun schnell einer Klage durch die Umwelthilfe vorbeugen

Die Jungen Liberalen Leipzig haben die Veröffentlichung der aktuellen Schadstoffmessungen mit Besorgnis zur Kenntnis genommen
LEIPZIG – Der Kreisvorsitzende Maximilian König kritisiert die Stadtverwaltung zu ihren Versäumnissen in der Luftreinhaltung: „Heiko Rosenthal muss sich nun dafür verantworten, warum Leipzig im vergangenen Jahr keine Fortschritte gemacht hat. Der Luftreinhalteplan ist nicht konsequent genug und wurde durch das Umweltdezernat mangelhaft umgesetzt. Diesen wie nun angekündigt fortschreiben zu wollen, kommt zu spät. Die Gelassenheit des Umweltdezernates, das offenbar keine Fahrverbote fürchtet, können wir angesichts der Klagen in anderen deutschen Großstädten nicht nachvollziehen. Jetzt hat die Deutsche Umwelthilfe auch Leipzig im Visier. Selbst eine solch geringe Überschreitung des Grenzwertes kann dann am Ende problematisch werden. Wenn es schlecht läuft, müssen schlussendlich alle Diesel-Fahrer die Versäumnisse der Stadt ausbaden.
Dabei würde es genug Möglichkeiten geben, wie die Stadt einer weiteren Überschreitung der Grenzwerte hätte vorbeugen können. Wichtigster Punkt ist dabei die Stärkung des ÖPNV, denn die Verkehrsbetriebe sind nach wie vor den steigenden Einwohnerzahlen nicht gewachsen. Die jüngste Entscheidung, niedrige Preise statt umfassender Investitionen zu fördern, fügt sich dabei ins traurige Bild. Auch sollte die Stadt mit gutem Beispiel voran gehen und ihre Fahrzeugflotte auf umweltfreundlichere Antriebe umstellen. Für potenziell betroffene Diesel-Fahrzeuge von Privatpersonen muss ein kommunaler Fonds zur freiwilligen Hardware-Nachrüstung eingerichtet werden!
Fahrverbote gilt es in jedem Fall zu verhindern – so sieht es auch die Mehrheit der in Sachsen lebenden Bürger. Denn Verbote könnten ernsthafte Konsequenzen mit sich ziehen. Der Wirtschaftsstandort Leipzig ist jung und aufstrebend – mit Fahrverboten werden vor allem kleine und mittelständische Unternehmen abgeschreckt. Dieser Standortnachteil wäre für die Region wirtschaftlich nur schwer zu verkraften.“