Eine bessere Plastikklärung braucht die Stadt

Mikroplastik, Kunststoffpartikel und -fasern mit einer Größe von weniger als 5 mm, werden zu einem immer größeren Problem, dass sich nicht nur durch die Weltmeere, sondern zunehmend auch durch unser Leitungswasser, bis hin zu unseren Lebensmitteln zieht. Um diesen Umstand nicht noch weiter zu verschlimmern möchten sich die Jungen Liberalen dafür einsetzten, die Wasseraufbereitung entsprechend auszurüsten. Mikroplastik soll während des Klärprozesses so gut wie möglich herausgefiltert werden um zu verhindern, dass es im weiteren Wasserkreislauf Einfluss auf die Umwelt hat.

Zur Zeit werden verschiedene Filtertechniken untersucht, die in Zukunft mindestens 98% des Mikroplastik aus dem Wasser filtern können sollen. Das BMBF fördert hierbei verschiedene Projekten, etwa OEMP (verschiedene Filtrationsmöglichkeiten), EmiStop und REPLAWA (Optimierung des Plastikrückhalts in Kläranlagen) sowie PLASTRAT (MP-Rückhalt aus urbanen Systemen), an denen man sich für die Umsetzung und Ausrüstung der Klärwerke orientieren kann.

 

Im folgenden noch der Antragstext im Wortlaut:

Antragsteller: Julian Schrader

Antragstext:

Die Jungen Liberalen Leipzig fordern die Wasserwerke der Stadt Leipzig dazu auf, ihre 25 Kläranlagen mit Filtersystemen auszustatten, welche im Wasser vorkommende Mikroplastik (Kunststoffpartikel und -fasern mit einer Größe von weniger als 5 mm) zu mindestens 98% herausfiltern. Damit soll sichergestellt werden, dass ein höherer Anteil an Mikroplastikpartikeln als bisher aus dem Abwasser herausgefiltert wird. Im Zuge dessen soll zudem eine mögliche Ausstattung aller Kläranlagen der Leipziger Wasserwerke mit der Reinigungsstufe 4 geprüft werden, die eine Filterung sowohl von Mikroplastikpartikeln als auch weiteren Mikroschadstoffen wie z.B. Medikamentenresten, Hormonen und ähnlichen Stoffen vorsieht.

Die Leipziger Wasserwerke sollen Reinigungsstufen für die Filterung, Rückhaltung und Klärung von Mikroplastik einrichten.

Zusätzlich soll das Volumen der vorhandenen Becken vergrößert werden, welche Mischwasserüberläufe nach Starkregenereignissen aufnehmen. Dadurch kann eine mögliche Umgehung der Filteranlagen verhindert werden.

Um Mikroplastikpartikel frühzeitig aus der Kanalisation fernzuhalten, soll zudem ein Filtersystem an dem Ort eingesetzt werden, an dem die meisten Partikel entstehen: In den Straßenabläufen an Hauptverkehrsstraßen, in denen durch den Reifenabrieb der Verkehrsmittel bei Niederschlag die Partikel angespült werden.  Hier soll als Vorbild der Modellversuch der TU Berlin in der Berliner Clayallee dienen. Als Einsatzgebiet kommen neben den Bundesstraßen alle mindestens 4-spurigen Straßen im Leipziger Stadtgebiet sowie Straßenzüge, wo in den Gullys aufgefangenes Abwasser direkt in Flüsse oder Seen gelangen kann, in Frage.