„Please Welcome“-Plakate: JuLis erstatten Anzeige

Die Jungliberalen erhoffen sich davon Aufklärung der Hintergründe

LEIPZIG – In vielen Teilen Leipzigs sind großformatige Plakate aufgetaucht, auf denen „Gäste“ in falschem Englisch zur Einhaltung schwammig formulierter Regeln aufgefordert werden. Am Montag stießen die Jungen Liberalen (JuLis) Leipzig in Wahren auf die illegal angebrachten Plakate, deren fremdenfeindlicher Unterton sie empörte. Nachdem nun das ganze Ausmaß der Aktion erkennbar ist, stellen die JuLis die Frage nach den Urhebern: „Dass die Plakate in derart hoher Stückzahl und so weit gestreut verbreitet werden konnten, lässt auf organisierte Strukturen schließen“, fürchtet der JuLis-Vorsitzende Rudi Ascherl, 27. „Aber wer opfert denn sein Geld und seine Nachtruhe, um so einen Quatsch aufzuhängen?“

Zur Klärung dieser Hintergründe hat der Pressesprecher der JuLis, Ole Siemen, 26, am Mittwoch Anzeige gegen Unbekannt erstattet. „In erster Linie setzen wir auf zivilgesellschaftliches Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit. Angesichts des Ausmaßes der Aktion und der dahinter zu vermutenden Strukturen scheint es uns jedoch angebracht, dass die zuständigen Behörden Ermittlungen aufnehmen“, begründete er den Schritt. Das illegale Anbringen der Plakate stelle eine Ordnungswidrigkeit gemäß § 6 Absatz 1 Nr. 2 in Verbindung mit § 19 Absatz 1 Nr. 13 der Leipziger Polizeiverordnung dar. „Die Verursacher haben gegen das Recht verstoßen und binden nun Ressourcen der Verwaltung. Dafür sollen sie geradestehen“, erklärte Siemen.

Der Kreisvorsitzende Ascherl wies zudem darauf hin, dass es sich bei der Sache keineswegs um eine Petitesse handele. „Auf den ersten Blick mögen die Plakate harmlos wirken. Die darin zum Ausdruck kommende Haltung gegenüber Menschen, die nicht von hier stammen, ist jedoch brandgefährlich“, meint der Jungliberale. „Es ist perfide, auf diese Weise Vorbehalte gegenüber anderen Menschen zu schüren.“

Die JuLis Leipzig sind eine politische Jugendorganisation, die liberale Politik mitgestaltet. Ihre knapp 40 Leipziger Mitglieder setzen sich in der FDP und vielen anderen gesellschaftlichen Strukturen für freiheitliche Lösungsansätze aktueller und drängender Probleme ein.