Dopeste Stadt – Der erste Schritt zur Cannabislegalisierung

Die Julis wollen den ersten Schritt zur Cannabislegalisierung gehen

Die breite Basis, sowohl in der FDP als auch bei den Julis, steht der Legalisierung von Cannabis äußerst positiv gegenüber, jedoch bedarf es noch einiger Arbeit auch den Rest der Gesellschaft davon zu überzeugen. Um dies zu schaffen wollen wir den ersten Schritt in einem kontrollierten Rahmen gehen, um zukünftige Risiken und Potentiale zu erforschen und besser abzuschätzen.
Eine Legalisierung fand zwar schon in einigen US Bundesstaaten statt, als auch in Kanada, jedoch sind die Risiken aufgrund der strikten Verbotspolitik nur in geringen Maße untersucht. Bis jetzt schienen die Effekte der Legalisierung, neben enormen Steuereinnahmen, relativ gering auszufallen. Trotzdem ist man in Deutschland noch sehr reserviert was das Thema angeht, vor allem wenn man der Drogenbeauftragten der Bundsregierung zuhört. Diese bringt nämlich auch das Argument ins Feld, dass es kaum deutsche Studien zum Thema gibt und ausländische Studien anderen Standards unterliegen, was im medizinischen Bereich nicht von der Hand zu weisen ist. Genau hier setzten wir an und schaffen diesem Umstand Abhilfe.

In einer stadtweiten medizinischen Studie sollen deswegen Probanden die Möglichkeit bekommen Cannabis legal zu konsumieren, um die Auswirkungen auf ihren Tagesablauf und ihre Gesundheit auswerten zu können. Zu Anfang sind einige hundert Teilnehmer und Teilnehmerinnen angedacht, jedoch soll die Anzahl im Laufe der Zeit ausgeweitet werden.

Dies soll es ermöglichen eine fundierte und aussagekräftige Entscheidung zu fällen. Denn Cannabis birgt nicht nur Risiken, sondern auch Vorteile und kann Menschen in verschiedenen Bereichen helfen. So ist medizinisches Cannabis bereits seit diesem Jahr erhältlich und kann gegen verschiedenste Krankheiten oder Beschwerden eingesetzt werden. So kann es etwa die Ausbreitung von Krebszellen hemmen und Schmerzen durch natürliche Wirkstoffe erträglich machen. Parkinsonpatienten können Kontrolle über ihre Anfälle erlangen, wobei hier anzumerken ist, das die Evidenz sehr unterschiedlich ausfällt, weswegen es immer als Individuallösung anzusehen ist. Daneben gilt es aber auch ein Leben zu führen, in dem man frei ist in seinen Entscheidungen, denn Cannabis hilft jedem der es verträgt beim entspannen und was ist so schlimm daran, wenn man dabei sich auch noch gut fühlt?

Ein anderer Aspekt ist zudem, dass die Polizei nicht mehr mit „Kleinkriminellen“ wegen Drogenbesitzes ihre Zeit vergeuden muss, die an anderer Stelle notwendiger wäre. Das spart Geld, was, wie manche meinen durch die Kosten am Gesundheitssystem, wieder verpufft. Dies sehen wir anders, denn wo ist der große Unterschied, wenn wir jetzt schon Personen mit Folgeerscheinungen des Konsums behandeln? Die Legalisierung würde es uns jedoch ermöglichen frei in dem Feld zu forschen und dadurch auf lange Sicht durch bessere und Kostengünstigere Behandlungen Geld einzusparen. Das bringt uns nochmal zurück zu den Studienteilnehmern, von denen wir verlangen, keine Vorstrafen zu haben und körperlich sowie geistig fit zu sein, um Kriminalität im Laufe der Studie zu verhindern und niemanden ein unnötiges Risiko eingehen zu lassen. Daneben sind noch andere Kriterien formuliert an die sich die Teilnehmer halten müssen, denn sonst droht der Ausschluss. Dadurch wollen wir gewährleisten, dass die Wissenschaft ihr nötigen Daten gewinnen kann um eine präzise Einschätzung für die Zukunft abgeben zu können.

 

Im Folgenden finden Sie den Antrag noch einmal im Wortlaut:

Antragsteller: Max Winkler, Johann Breustedt

Antragstext

Die Jungen Liberalen Leipzig fordern, dass sich die Stadt Leipzig in Zusammenarbeit mit der Landesregierung und dem Bundesamt für Gesundheit dafür einsetzt, Pilotstadt für die Cannabislegalisierung zu werden, um die Folgen auf die Bevölkerung und Kriminalität besser bewerten zu können. Leipzig bietet sich hierfür besonders an, da es über eine reichlich diverse Bevölkerung verfügt.

Umgesetzt werden soll dieses Projekt in Form einer Studie in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum:

  • Teilnehmen können alle Bürger die seit mehr als 2 Jahren ihren Hauptwohnsitz in Leipzig und das 21. Lebensjahr vollendet haben, sofern keine Vorstrafen bekannt und keinerlei psychische Erkrankungen vorhanden sind
  • Die Aufnahme zur Studie erfolgt durch eine medizinisch-psychologische Untersuchung die von Ärzten des Universitätsklinikums durchgeführt wird. Die Kontrolle während der Studienlaufzeit kann durch den Hausarzt erfolgen.
  • Erworben werden kann das Cannabis in ausgewählten, geprüften Apotheken ausschließlich durch Teilnehmer der Studie
  • Die zum Verkauf angebotene Menge ist pro Person, pro Woche auf 10g beschränkt und wird in einer Variation angeboten, mit einem THC-Gehalt um die 10%
  • Die Überprüfung der Person findet beim Kauf über Personalausweis(Ausweisdokument) (oder Fingerabdruck) statt
  • Um Teilnehmer der Studie zu bleiben, müssen jede Woche Onlinefragebögen ausgefüllt werden. Des Weiteren ist einmal monatlich eine studienspezifische Untersuchung bei einem Arzt durchzuführen.
  • Das Mitführen und der Besitz von Cannabis ist für die Probanden erlaubt. Der Handel und die Weitergabe sind jedoch zu jedem Zeitpunkt verboten.
  • Der Konsum des Cannabis ist nur in privaten Räumlichkeiten erlaubt. Es ist sicherzugehen, dass keinerlei Personen, die nicht Teil dieser Studie sind, damit ungewollt in Kontakt kommen.
  • Sollte der Proband diese Auflagen nicht erfüllen, bzw. gegen sie verstoßen, ist er unverzüglich aus der Studie auszuschließen. Die Strafverfolgung schließt sich diesem dann an.